Mach was aus deinem Leben. Berufseinstiegsberater ermutigen zur Ausbildung

Ali Katircioglu macht als ehrenamtlichen Berufseinstiegsberater beim Aktionsplan Zukunft durch Ausbildung mit. Er absolvierte eine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel und wechselte später ins Bankgeschäft. Inzwischen ist er stellvertretender Leiter eine Bankfiliale in Mülheim.
Warum machen Sie als Berater beim Aktionsplan mit?
„Es ist eine gute Sache, als ehrenamtlicher Berufseinstiegsberater mitzumachen. Ich spreche Deutsch und Türkisch, kenne beide Welten und kann so gut vermitteln. Ich sage den Jugendlichen immer: Ergreift selbst die Initiative und wartet nicht auf irgendwelche Gelegenheiten. Es gibt in Deutschland über 350 Ausbildungsberufe und das Ausbildungssystem hier ist sehr gut. Nutzt einfach diese Chancen so viel wie möglich!
Was macht ein Berufseinstiegsberater überhaupt?
Mein Job ist es, den Jugendlichen und ihren Eltern einen Überblick zu geben und ihnen zu zeigen, wie sie die notwendigen Informationen finden. Ich habe häufig mit Eltern zu tun, die in Metallerberufen oder anderen Arbeiterberufen tätig sind. Ihnen mache ich deutlich: Eure Kinder können mehr, als ihr denkt – nicht nur fräsen und frisieren! Durch meine türkische Herkunft kann ich auch eher vermitteln, wenn die Vorstellungen von Jugendlichen und ihren Eltern auseinander gehen.
Wer braucht mehr Rat, die Jugendlichen oder die Eltern?
Gute Frage. Die Eltern spielen auf jeden Fall eine wichtige Rolle und haben Einfluss auf die Berufswahl ihrer Kinder. Die Eltern sind häufig über die Vielfalt der Berufsmöglichkeiten in Deutschland wenig informiert. Ich versuche, den Horizont zu erweitern und allzu feste Vorstellungen zu korrigieren. Es ist wichtig, dass die Eltern an Elternsprechtagen und Elternabenden teilnehmen. Die Berufsorientierung beginnt schon in der achten und neunten Klasse. Mit dem Thema Ausbildung muss man sich frühzeitig auseinandersetzen. Das kann ich gar nicht oft genug betonen.
Wie sah denn Ihr Berufsweg aus? Haben Sie viele Bewerbungen schreiben müssen?
In meinem Leben habe ich mich bisher nur einmal bewerben müssen. Nach dem Abitur hatte ich studiert, dann aber eine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel bei Karstadt gemacht. Für die Lehre habe ich 14 Ausbildungsbetriebe angeschrieben und von 13 eine Zusage erhalten. Das ging also problemlos, selbst mit Migrationshintergrund. In dem Beruf habe ich einige Jahre gearbeitet, dann hat mich eine Bank abgeworben. Inzwischen bin ich stellvertretender Filialleiter einer Bank in Mülheim. Es liegt an einem selbst, was man aus seinem Leben macht. Dafür möchte ich ein Vorbild sein.